Zwerggarnelen und Temperatur

Das Thema Zwerggarnelen und Temperatur ist tatsächlich nicht zu vernachlässigen. Im Sommer scheint die Mittagssonne in dein Wohnzimmer und es ist mal wieder richtig warm. Vielleicht wohnst du auch in einer Dachwohnung, welche sich zu deiner ganz privaten Sauna verwandelt. Deine Zimmertemperatur steigt und langsam fragst du dich vielleicht, ob das warme Wetter auch auf dein Aquarium und die darin lebenden Zwerggarnelen Einfluss haben kann.

Generell haben die allermeisten Aquarianer eine Heizung in ihrem Becken. Das macht auch Sinn, da einige Arten lieber etwas über unserer regulären Raumtemperatur leben möchten. Bei Zwerggarnelen ist das jedoch nicht immer der Fall. Hier muss man vorerst aber wissen, welche Art Zwerggarnelen man selbst in seinem Becken hält. Hast du Neocaridina, oder eventuell doch Caridina in deinem Becken? Solltest du die Bezeichnung deiner Farbvariante kennen, kannst du im Internet ganz einfach die Zugehörigkeit herausfinden.

Warum ist die Temperatur für Zwerggarnelen wichtig?

Neocaridina sind die gängigeren Zwerggarnelen und besonders bei Anfängern aufgrund der leichteren Haltung beliebt. Auch bei den Temperaturen ist man hier wirklich sehr flexibel. Tatsächlich ist es für die Kleinen in Ordnung, wenn die Wassertemperatur auch mal auf 28 °C klettert. Natürlich sollte man jetzt dennoch nicht auf die Idee kommen, ein gemeinsames Bad zu nehmen. Dieser Wert stellt auch ein Maximalwert dar, welcher nicht dauerhaft vorhanden sein sollte.

Bei den Caridina sieht es jedoch ganz anders aus. Hier verzeiht man generell weniger und das ist auch bei den Temperaturen so. Ab 25 – 26 °C ist bereits eine Temperatur erreicht, bei welcher man sich nicht mehr so wohl fühlt. Darüber sollte es dann auf keinen Fall gehen.

Wichtig ist auch zu wissen, dass die Eierstöcke von Zwerggarnelen sehr empfindlich auf Temperaturschwankungen reagieren. Das kann bei starken Schwankungen dazu führen, dass die Eier verloren gehen. Auch erhöht die höhere Temperatur die physiologische Belastung, was zu einer kürzen Lebenserwartung führen kann, welche mit ca. zwei Jahren ja auch so nicht sonderlich lang ist.

Solltest du Zwerggarnelen züchten, würde ich dir persönlich eine Temperatur von maximal 24 °C empfehlen. Darüber würde ich selbst nicht gehen um keine negativen Auswirkungen befürchten zu müssen.

Auf der anderen Seite kann auch eine zu niedrige Temperatur problematisch werden. Zwerggarnelen benötigen eine gewisse Wärme im Becken um auch ihre Eier vollständig entwickeln zu können. Daher kann es passieren, dass die Zwerggarnelen selbst im Aquarium zwar leben können, diese sich jedoch nicht vermehren. Sollten deine Zwerggarnelen also keine Nachkömmlinge zeugen, lohnt sich ein Blick auf den Thermometer.

Wie kannst du niedrige Temperaturen vermeiden?

Dieser Punkt ist wohl schnell und einfach besprochen. Eine Aquariumheizung sorgt für die ideale Wassertemperatur und sollte daher in den meisten Becken vorhanden sein. Auch wenn das Aquarium bei Raumtemperatur läuft, sorgt die kleine Heizung dafür, dass das Becken an kalten Tagen nicht zu kalt wird. Bei einer Heizung für das Aquarium sollte darauf geachtet werden, dass diese nur läuft, wenn die Temperatur unter einen festgelegten Wert sinkt. Das ist jedoch bei den allermeisten Modellen der Fall.

Wie kannst du hohe Temperaturen vermeiden?

Nachdem wir nun kurz das Thema niedrige Temperaturen angesprochen haben, kommen wir nun zu dem viel größeren und wichtigeren Thema. Zu hohe Temperaturen sind tatsächlich wesentlich gefährlicher, da diese nicht so einfach bekämpft werden können, wie das bei niedrigen Temperaturen der Fall ist.

Der richtige Platz für das Aquarium

Hast du dein Becken eventuell an einem Fenster stehen? Vielleicht sogar auf der Sonnenseite? Besonders ein kleineres Becken, wie zum Beispiel ein 20l Cube, wird hier sehr schnell zum Kochtopf. Daher gilt es, die heiße Mittagssonne und deren direkte Sonneneinstrahlung von deinem Becken fernzuhalten. Das hilft im Übrigen auch gegen Algenwuchs.

Kühles Wasser auffüllen

Falls du keinen Deckel auf deinem Aquarium hast und durch die wärme viel Wasser verloren geht, kannst du hier kälteres Wasser auffüllen. Zu beachten ist hierbei nur, dass du Osmosewasser oder destilliertes Wasser hierfür nehmen solltest. Bei der Verdunstung geht Flüssigkeit verloren und die Mineralien bleiben zurück. Gießt man nun Leitungswasser nach, reichert man das Wasser weiter mit Mineralien an und zieht so eventuell langsam die Wasserhärte nach oben. Auch ist das ständige Nachfüllen mit kühlerem Wasser sehr aufwändig und keine ideale Lösung zur dauerhaften Vermeidung des Temperaturanstiegs.

Gefrorene Wasserflasche im Aquarium

Eine weitere Methode, ist das Einlegen einer gefrorenen Wasserflasche direkt im Aquarium. Natürlich muss es nicht unbedingt eine mit Wasser gefüllte Flasche sein. Hier wird relativ zeitnah die Wassertemperatur gesenkt, was besonders in einer akuten Situation helfen kann. Natürlich ist dies in kleinen Becken mit zum Beispiel 10l oder 20l nur bedingt anwendbar, je nach Größe der Flasche.

Kühlbeutel an Aquarium Filter

Sehr schonend kühlt man das Wasser an heißen Tagen mit einem Kühlbeutel, welcher um den Schlauch zwischen Aquarium Filter und Wassereinlauf gelegt wird. Hierdurch greift man nicht direkt in das Becken ein und vermeidet zusätzlichen Stress. Am besten legt man den Schlauch zusammen mit den Kühlbeutel in einen Eimer, sodass auch keine Pfütze unter den Kühlbeutel entsteht.

Aquarium mit Ventilator kühlen

Tatsächlich ist es sehr gut möglich, mit einem Luftgebläse die Wassertemperatur um ein paar Grad zu senken. Hierfür wird ein Ventilator oder sonstiger Lüfter auf die Wasseroberfläche gerichtet, welcher für eine höhere Verdunstungsrate sorgt und die Wärme aus dem Becken treibt. Dieses Prinzip machen sich die Aquariumkühler zunutze, welche es im Handel zu kaufen gibt.

Beleuchtung reduzieren

Der letzte Tipp meinerseits ist wohl immer häufiger überflüssig, da auch die Beleuchtung in der Aquaristik fortschritte macht, wenn auch leider sehr langsam. Bei älteren Beleuchtungssystemen kann große Hitze entstehen, welche das Wasser zusätzlich aufwärmt. Auch LED Lampen können sehr heiß werden. In diesem Fall sollte man schauen, ob es vielleicht sinnvoll ist, die Lampen in der kühleren Nacht zu schalten und tagsüber auf eine Beleuchtung zu verzichten. Sollte das Becken ohne Abdeckung betrieben werden, entweicht die Wärme nach oben, weshalb der Faktor Beleuchtung wohl eher vernachlässigt werden kann.

Der richtige Standort für Zwerggarnelen

Am Ende vom Tag gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, wie dein Becken und die darin wohnenden Zwerggarnelen vor zu hohen Temperaturen geschützt werden können. Am wichtigsten ist und bleibt jedoch der richtige Standort für dein Aquarium, sodass du gar nicht erst das Problem einer zu hohen Wassertemperatur haben wirst. Überlege dir also bereits vor der Anschaffung des Aquariums, wo genau du es hinstellen könntest, sodass es zum Beispiel vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt ist. Dann hast du auch im Sommer eine große Sorge weniger und deine Aquariumbewohner werden es dir sicherlich danken.

Falls du noch andere Tipps und Tricks kennst, wie man die Wassertemperatur senken kann, freue ich mich über dein Kommentar.

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